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Tipps zum Kamerakauf – Teil 1

Du planst die Anschaffung einer Spiegelreflex- oder Systemkamera, weil dir das Handy oder die Kompaktkamera zu fummelig ist? Du möchtest mehr Kontrolle über die Entstehung deiner Fotos haben und eine höhere Bildqualität ist dir wichtig geworden?

Das Problem:
Fototechnik ist oft unverschämt teuer und unterliegt schon innerhalb weniger Jahre einem sturzflugartigen Preisverfall. Was vor fünf Jahren als revolutionäre Neuheit angepriesen wurde, wird heute als Schrott von gestern abgetan. Darum halte ich es für wichtig, die Anschaffungen gut zu überlegen – abzuwägen, was einem wichtig ist und wo sich Geld sparen lässt. Am Ende zählt nämlich, mit seinen Entscheidungen und Möglichkeiten zufrieden zu sein.

Hier also einige Tipps und Hinweise aus meiner eigenen Erfahrung mit Kameras und Objektiven. Ich habe keinen vollständigen, aktuellen Marktüberblick und auch kein Interesse daran, über jede einzelne Kamera Bescheid zu wissen. Welche Kamera und Ausrüstung nun genau für welchen individuellen Zweck die richtige ist, kann ich nicht auflisten. Was ich aber geben kann, ist eine Hilfe zu grundlegenden Kaufentscheidungen, basierend auf meinen eigenen Anschaffungen, sowie etwas fotografisches Hintergrundwissen, damit du die richtigen Fragen stellen kannst.

Über Einsteigermodelle

Quelle: pixabay.com | Fotograf: Alexas_Fotos

Quelle: pixabay.com | Fotograf: Alexas_Fotos

Das ist meine persönlich wichtigste Erfahrung, weshalb sie gleich an erster Stelle kommt: Vergiss Einsteigermodelle! Das hat folgende Gründe: der Schritt hin zu einer hochwertigeren Fotoausrüstung basiert i.d.R. auf dem Wunsch, sich in ein neues Gebiet einzuarbeiten, sich Wissen anzueignen und seine Talente zu entdecken. Diese Erfahrungen und die damit verbundenen ersten Erfolgserlebnisse kann man nicht einfach mit Technikgewalt kaufen – sie sind ein Prozess. Da sind Zweifel verständlich, ob dieses neue Hobby einem auch wirklich langfristig Freude macht.

Lohnt es sich, gleich zu Beginn eine Kamera zu kaufen, die gefühlt 100 Schalter und Tasten hat und deren Menü noch abschreckender als die Bedienungsanleitung wirkt? „Wozu eine Abblendtaste und 1/8000s Verschlusszeit? HD Video kann die kleine Einsteigerkamera doch auch und sie hat mehr Megapixel als das teurere Modell!“

Die erste Frage ist ganz einfach zu beantworten: Ja, es lohnt sich. Denn es ist besser, ein Werkzeug zu haben, dessen Potenzial zu Beginn noch nicht voll ausgeschöpft wird. Eine Kamera, die mit dem eigenen Lernprozess mitwächst und Ansporn bietet, ihre Möglichkeiten zu entdecken. Abgesehen vom langfristig finanziellen Aspekt, macht es selbstverständlich auch ökologisch mehr Sinn, seine Geräte möglichst lange zu benutzen. Hingegen sind die Grenzen eines Einsteigermodells schnell erreicht. Das ist auch der Sinn dieser Angebote. Zweck ist, den Kunden bald wieder zu sehen und ihm ein professionelleres Gerät zu verkaufen. Am Ende wird also mehr Geld ausgegeben.

„Kit“-Angebote

Quelle: pixabay.com | Fotograf: ulleo

Quelle: pixabay.com | Fotograf: ulleo

Preislich verlockend sind solche Angebote, bei denen zur Kamera auch gleich ein Allround-Zoom Objektiv inklusive ist. Die Bildqualität dieser Linsen ist in den allermeisten Fällen jedoch sehr bescheiden: Es mangelt ihnen an Schärfe, sie weisen oft starke Farbfehler (Farbsäume an kontrastreichen Motivkanten) sowie Bildverzerrung auf. Zudem sind sie oft schlecht verarbeitet. Eine weitere Einschränkung in gestalterischer sowie fototechnischer Hinsicht sind die großen Blendenwerte. Diese Angabe ist vorn auf dem Objektiv zu finden und beträgt z.B. 1:3,5 – 5,6. Ein üblicher Brennweitenbereich solcher Kitoptiken für APS-C Kameras (z.B. die Canon EOS 700D oder die Nikon D7100) wäre 18 mm – 55 mm oder auch 18 mm – 70 mm. Zweifellos praktisch, jedoch aus Kostengründen mit bereits genannten Einschränkungen belastet. Unser erstes Beispielobjektiv hätte also in seiner weitwinkligsten Einstellung einen Blendenwert von 3,5. Beim zoomen vergrößert sich dieser Wert bis auf 5,6 in der Endstellung von 55 mm. Praktisch kommt also bei zunehmender Brennweite weniger Licht auf den Sensor und das Sucherbild wird dunkler (sofern es nicht elektronisch verstärkt wird). Dieser Lichtverlust hat letztendlich ein höheres Bildrauschen (ISO-Wert) oder kürzere Verschlusszeiten zur Folge und beschneidet die Möglichkeiten zur kreativen Nutzung der selektiven Schärfe (dazu später mehr).

Je größer der Brennweitenbereich, desto komplizierter ist der technische Aufbau eines Objektives und umso anfälliger ist die Konstruktion für Abbildungsfehler. Die Korrektur dieser Fehler ist für die Konstrukteure sehr aufwändig, weswegen daran bei Kit-Objektiven immer gespart wird. Es wird davon ausgegangen, dass der fotografische Einsteiger zugunsten des Preises wenig Wert auf diese Qualität legt und eben früher oder später eine höherwertigere Linse kauft (und somit insgesamt mehr Geld ausgibt). Deshalb rate ich, Kamera und Objektive separat auszuwählen und nicht im Set zu kaufen (es sei denn, es handelt sich tatsächlich um eine hochwertige Linse). Vor dem Kauf eines solchen Angebotes sollte man nach Testberichten suchen und die Ergebnisse vergleichen.

Eine Beschränkung auf mittelmäßige Bildqualität macht bei System- und Spiegelreflexkameras angesichts der enormen technischen Entwicklung im Bereich der Smartphonefotografie wirklich keinen Sinn.

HIER habe ich eine umfangreiche Linksammlung zu Objektivtestseiten gefunden.

Der Sucher

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Quelle: pixabay.com | Fotograf: brenkee

Rein technisch mögen Einsteigermodelle attraktive Datenblätter bieten. Das Problem ist aber die Inkonsequenz im Zusammenspiel mit Praxistauglichkeit, Bedienfreundlichkeit und Ergonomie. Diese Punkte sollten beim Kaufentscheid dringend beachtet werden. Als deutlichen, auch für absolut unerfahrene Interessenten nachvollziehbaren Unterschied, bietet sich z.B. der direkte Vergleich der Sucherqualität verschiedener Kamerasysteme an:

Lass dir im Fachmarkt deines Vertrauens mal eine Vollformatkamera mit rein optischem Sucher und im Vergleich dazu eine kleinere Systemkamera, mit sogenanntem APS-C oder Four- Thirds-Sensor und elektronischem Sucherbild geben. Auch wenn du vielleicht (noch) nicht genau weißt, worum es sich dabei genau handelt – frage einfach mal danach und lasse sie dir zeigen. Ich möchte ausdrücklichen betonen, dass ich nicht darauf hinaus will, Vollformatkameras seien das absolute Non-Plus-Ultra der Fotografie. Das sind sie nicht und soetwas gibt es auch nicht. Es geht aber darum, die gravierenden Unterschiede zu erkennen, die eben meist nicht aus den Prospekten und Angeboten hervorgehen.

Teste zuerst die Vollformatkamera; nimm den Sucher ans Auge und betrachte irgendein Motiv, auf dass du dich gut konzentrieren kannst. Wie wirkt das Sucherbild auf dich? Achte auf die Helligkeit und Größe, auf die Wiedergabe von Farbe und Kontrast. Dein Blick wird darin wandern können; es ist, wie durch ein Fenster zu blicken. Und je nachdem, welches Objektiv angebracht ist, ist es eventuell auch ein anderer Blick auf das gewohnte Sehen.

Vergleiche diesen Eindruck mit einem ebenso prüfenden Blick durch den kleinformatigen, elektronischen Sucher der anderen Kamera. Du wirst sofort bemerken, dass eine bewusste Bildgestaltung damit wesentlich eingeschränkter und vor allem auch viel anstrengender für die Augen ist. Das zusätzliche Live-Bild auf dem großen Monitor der Kamera ist keine echte Alternative; es ist einfach eine komplett andere Vorgehensweise. Viele Fotografen schätzen nach wie vor den direkten Blick auf die reale Situation mittels durch Spiegel und Glas gelenktes Licht. Es fühlt sich vielleicht direkter und echter an. Es fällt leichter, ins Motiv „abzutauchen“. Ob es dir dabei genau so geht, solltest du herausfinden. Es ist ein entscheidender Grundsatz; denn er bestimmt, welches Kamerasystem grundlegend für dich in Frage kommt. Aber auch innerhalb der Klassen unterscheiden sich die Suchergrößen und Qualitäten erheblich. Der Blick aufs Motiv ist sozusagen die Essenz der Fotografie und sollte eine große Rolle bei der Wahl der Kamera spielen; noch weit vor anderen technischen Merkmalen. Für mich persönlich ist der übersichtliche, große Sucher eines der Hauptargumente für die Entscheidung zu einer Vollformatkamera. Das habe ich selbst erst nach drei Kameras wirklich verstanden. Ein kostspieliger, etwas frustrierender Fehler, den du vermeiden kannst.

Der Sensor

Quelle: pixabay.com | Fotograf: eugeniu

Quelle: pixabay.com | Fotograf: eugeniu

Dass eine hohe Zahl an „Megapixel“ nicht gleich bessere Bildqualität bedeutet, ist mittlerweile bekannt. Maßgeblich ist das Verhältnis von Pixeldichte und Sensorfläche sowie Signalverarbeitung und Fertigungstechnik. Ganz grundsätzlich kann man aber sagen, dass ein großer Sensor mit wenig Auflösung einem kleineren Sensor mit gleicher oder höherer Auflösung rein physikalisch überlegen ist, was die Bildqualität betrifft. Der Grund ist einfach nachvollziehbar: Um auch auf einer kleinen Fläche viele Pixel unterbringen zu können, müssen diese folglich verkleinert werden. Der Nachteil dabei: Jedes einzelne Pixel bekommt weniger Licht ab, weil es sich die Fläche mit seinen Nachbarn teilen muss. Auch verringert sich mit der geschrumpften Größe seine maximale Ladekapazität. Einfach gesagt, ist das einzelne Pixel schneller „satt“. Was bedeutet das in der Praxis?

Die Auflösung eines Sensors hat zwei Aspekte, nämlich einen rein technischen, der sich in der Anzahl der Bildpunkte (Megapixel) ausdrückt und eine sogenannte effektive Auflösung, die angibt, wieviel Details tatsächlich dabei herauskommen. Diese effektive Auflösung wird auch stark von der Güte der verwendeten Optik beeinflusst. Etwas überspitzt formuliert, benötigt eine Smartphonekamera mit ihrem winzigen Sensor und oftmals hoher Auflösung von teils 20 Megapixeln, eigentlich eine leistungsstärkere Linse als eine Spiegelreflexkamera mit 40 MP. Schließlich muss die Optik auf wesentlich kleinerer Fläche eine verhältnismäßig größere Anzahl an Pixel bedienen.

Smartphone- oder Kompaktkameras sind zugegebenermaßen ein extremes Beispiel für diesen Vergleich und kaum jemand erwartet von ihnen Ergebnisse einer Profikamera. Sie haben bekanntermaßen andere Vorzüge und Einsatzgebiete. Der Grund für die hohen Auflösungen in Smartphonekameras liegt in der benötigten Reserve für den Digitalzoom, da die Handys aufgrund ihrer kompakten Bauweise über keine echten Zoomoptiken verfügen.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, den Spiegelreflex oder Systemkameras. Eine hohe Pixeldichte führt rein physikalisch zu einem höheren Rauschen der Bilddaten. Das bedeutet, dass sich die Kamera weniger für Freihandaufnahmen bei wenig Licht oder Fotos mit schnellen Bewegungen wie in der Sportfotografie eignen könnte. Außerdem mindert eine sehr hohe Pixeldichte die maximale Blendenzahl, bei der die Grundschärfe des Bildes noch erhalten bleibt (Stichwort: Beugungsunschärfe).

Zum Verständnis:
Üblicherweise nimmt die räumliche Schärfe (Schärfentiefe) vor – und hinter dem fokussierten Motiv mit dem Abblenden zu. Das bedeutet, dass bei beispielsweise Blende 11 eine größere räumliche Ausdehnung der Schärfe stattfindet, als es bei Blende 4 der Fall wäre. Die Grundschärfe aber, die sich zweidimensional über das ganze Bild erstreckt, nimmt aufgrund der Beugungseigenschaften des Lichts je nach Kameramodell früher oder später sichtbar ab. Je mehr Pixeldichte (Pixel pro Fläche) ein Kamerasensor aufweist, desto früher tritt dieser Effekt ein. Und das stellt die Anschaffung einer Kamera mit sehr hoher Megapixelzahl natürlich absolut in Frage, weil diese hohen Werte, für die schließlich gut bezahlt werden muss, letztendlich weniger echten Mehrwert haben, als die bloßen Verkaufsdaten vormachen. Nicht zuletzt werden die enormen Auflösungen auch nur bei sehr kurzen Verschlusszeiten, absolut hochwertigen Objektiven und unter Umständen nur bei Verwendung eines stabilen Statives erreicht. Das steht insbesondere für Hobbyfotografen oft in keiner Relation zum Verwendungszweck und macht die Kamera wahrscheinlich unnötig teuer.

Möchte man die künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie wirklich ausnutzen – und genau das ist ja für viele der eigentliche Sinn und Zweck einer fototechnischen Aufrüstung – kommt man um einen großen Sensor nicht herum. Ohne detailliert auf alle erdenklichen Formate und Größen einzugehen, möchte ich ganz grundlegend erklären, warum das so ist.

Zunächst muss man die schwammigen Begriffe „groß“ und „klein“ etwas genauer definieren. Als das Optimum aus wirtschaftlichem Aufwand, Gewicht, Mobilität und Bildqualität wurde zu Zeiten der analogen Fotografie das sogenannte Kleinbildformat entwickelt. Das Maß eines einzelnen Bildes (Dia oder Negativ) betrug 36 mm x 24 mm.  In Abgrenzung dazu bezeichnet man die teureren und schweren Systeme mit größeren Aufnahmeflächen als Mittelformat und Großformat. Erste elektronische Bildsensoren waren in der Produktion jedoch sehr kostspielig, weswegen sich das bisherige „kleine“ Format in seiner digitalen Ausführung nicht wirtschaftlich herstellen ließ. Um dennoch digitale Spiegelreflexkameras verkaufen zu können, wurde ein Kompromiss gewählt und die Aufnahmefläche um den Faktor 1,5 oder 1,6 verkleinert. Damit wurde die digitale Fotografie einigermaßen erschwinglich und verdrängte allmählich Film als Aufnahmemedium im Massenmarkt.

Quelle: https://de.wikipedia.org | Autor: Chriusha

Quelle: https://de.wikipedia.org | Autor: Chriusha

Die Anzahl der Megapixel war zu Beginn noch sehr gering und das heutige, oben genannte Problem der Pixeldichte noch kein Thema. Im Gegenteil, der Wunsch nach höherer Auflösung hatte seine Berechtigung, denn noch musste sich das neue Medium mit den hochentwickelten analogen Filmen messen. Während die Auflösung immer weiter gesteigert werden konnte, blieben jedoch die rein fotografischen Folgen des verkleinerten Formates als schwerer Wermutstropfen für all jene, die das bisherige Kleinbild gewohnt waren. Grund dafür war (und ist) die Ausschnittwirkung dieser als Crop- (engl. Ausschnitt) bezeichneten Sensoren. Effektiv tritt also ein Tele-Effekt ein, weil nun ein kleinerer Bereich des gewohnten Bildfeldes erfasst wurde. Sicherlich man kann sagen, dass ist eine Gewöhnungssache, mit der sich zurecht kommen lässt. Leider veränderte diese Tatsache aber den Verwendungszweck bereits erworbener Objektive. Das an der analogen Kamera sehr weitwinklig wirkende Objektiv zeigte an der Digitalkamera eben nicht mehr die volle Szenerie und somit wurden noch kürzere Brennweiten benötigt, um wieder alles wie gewohnt auf das Bild zu bekommen. Und vielleicht ahnt man es schon: je weitwinkliger (kürzer) die Brennweite, desto schwieriger ist die Korrektur der Abbildungsfehler und umso höher also auch der Preis.

Ein weiterer Nachteil eines kleineren Sensors ist das eingeschränkte Spiel mit selektiver Schärfe, als eines der wichtigsten Gestaltungsmöglichkeiten in der Fotografie. Grund der Einschränkung ist die Verkleinerung des Abbildungsmaßstabes durch die notwendige Verwendung kürzerer Brennweiten. Das erklärt sich folgendermaßen: Konnte zuvor auf Kleinbildfilm ein Motiv mittels bestimmter Brennweite von z.B. 50 mm in seiner ganzen Weite abgebildet werden, ist für den digitalen Crop-Sensor eine kürzere Brennweite von ca. 30 mm nötig, um diese Szene genauso abzubilden. Bei Verwendung der 50 mm Brennweite, würde der Crop-Sensor ja nur einen Ausschnitt des gewohnten Bildes zeigen. Das heißt also, dass die gleiche Szenerie mit der kürzeren Brennweite auf eine kleinere Fläche projiziert wird (kleinerer Abbildungsmaßstab), sofern der Abstand zum Motiv gleich bleibt. Somit werden auch die unscharfen Bereiche mit verkleinert, was einfach formuliert zur Folge hat, dass sie schärfer wirken. Das ist der Grund, weshalb Kompakt- und Handykameras meist durchgehend scharfe Bilder machen und lediglich im Makromodus bei ganz kurzen Motivabständen etwas Möglichkeit zur gestalterischen Unschärfe bieten.

Quelle: pixabay.com | Fotograf: Pexels

Quelle: pixabay.com | Fotograf: Pexels

Aber das ist noch nicht alles. Auch der Sucher musste sich zusammen mit dem Sensor verkleinern, weil das ganze System eine optische Einheit bildet. Die Einschränkungen eines verkleinerten Sucherbildes habe ich ja bereits im Abschnitt „Der Sucher“ beschrieben. Als die Fertigungstechnik Fortschritte machte und auch größere Sensoren wirtschaftlich hergestellt werden konnten, wurde das ehemalige Kleinbildformat als sogenanntes „Vollformat“ wiedergeboren. Das alte Klein wurde also das neue Groß. Diese höherwertigeren digitalen Spiegelreflexkameras bieten mit ihrem 36 x 24 mm Sensor nun wieder die maßstabsgetreuen Abbildungsverhältnisse von Kleinbildfilm und haben aufgrund der großen Sensorfläche, wie bereits erläutert, enorme Vorteile in der Bildqualität.

Neuwertige Kameras dieser Klasse kosten ab 2.000 € und die absoluten High-End Geräte wechseln teilweise erst ab 6.000 € den Besitzer. Kein Wunder also, dass Crop-Kameras für Hobbyfotografen und Einsteiger nach wie vor als guter Kompromiss gelten. Denn mit einer Vollformatkamera allein ist es nicht getan – auch die verwendeten Objektive müssen technisch und qualitativ dazu passen.

  • Einen sehr guten objektiven Vergleich zwischen der Bildqualität verschiedener Kameras: Spiegelreflex, Spiegellos, Vollformat, APS-C, FourThirds etc. bietet das Studio Scene Comparison Tool von dpreview.com

Weiter geht es HIER im zweiten Teil zu den Themen: Gebrauchtkauf, Objektive und wichtige Funktionen, die eine vernünftige Kamera haben sollte.

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