Kungsleden, Trekking
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Kungsleden – Anreise

Der südliche Kungsleden ist ein Fernwanderweg durch die schönsten Gebirgsregionen Mittelschwedens. Er verbindet mit seinen 350 km die Städte Storlien im Norden und Sälen im Süden. Der Weg entlang der schwedisch-norwegischen Grenze ist bei Deutschen besonders beliebt; was sich auf einen in deutscher Sprache verfassten Wanderführer zurückführen lässt, der den südlichen Kungsleden in 17 Etappen von Norden nach Süden beschreibt.

Der Weg führt durch märchenhafte, urwaldgleiche Wälder und Sumpfgebiete sowie über karge Fjälls mit beeindruckender Sicht in die einsame unendliche Weite. Wir entschieden uns den Kungsleden entgegen der Beschreibung des Wanderführers von Süden nach Norden zu gehen, um die Heimat und den Alltag der Zivilisation mit jedem Schritt ein Stück weiter hinter uns zu lassen und um von Etappe zu Etappe den alpinen Regionen näher zu kommen. Es sollte schließlich kein normaler Urlaub werden, sondern eine Reise für die eigene Persönlichkeit – eine Art Initiationsreise um sich selbst in einem fremden Land besser kennenzulernen – und Mensch zu werden.

Am 31. Juli um 00:03 Uhr fuhren wir in Gelnhausen bei Hanau ab um über Nacht per ICE nach Hamburg zu fahren. Ab Puttgarden ging es mit der Fähre über die Ostsee nach Kopenhagen und über Malmö nach Stockholm. Früh gebucht für uns beide zusammen ~75€. Die Nacht verbrachten wir im günstigen „Old Town Hostel“ in Stockholms Altstadt für ~45€ (2P) in einem 4 Bett Raum. Das Hostel liegt in einem schön ausgebauten und weiß gestrichenem Kellergeschoss in einer der sehenswerten engen Gassen mit ihren gemütlichen Cafe’s und kleinen Läden. Die Räume haben aufgrund der Kellerlage keine Fenster, was aber angesichts des Preises und für eine Übernachtung zu ertragen war.

Der nächste Tag begann nach der problemlosen Hinfahrt hektisch und anstrengend, weil wir den Rückweg zum Bahnhof nicht sofort fanden und somit trotz großzügiger Zeitplanung letztendlich mit unseren schweren Rucksäcken rennen mussten um unseren Zug nach Borlänge zu erreichen. Erschöpft und verschwitzt kamen wir dennoch 8 min vor Abfahrtszeit am Gleis an und freuten uns bald wieder auf den Beginn der Wanderung. Die letzte Strecke der Anreise fuhren wir per Bus in 3 ½ h von Borlänge nach Sälen bis über die Baumgrenze in die Fjällregion. Freundlicherweise nahm uns die Busfahrerin nach der Endstation ein paar Halte mit zurück, da wir etwas zu weit gefahren sind. Wenige Minuten nachdem wir unsere Rucksäcke aus dem Gepäckraum geladen und das Brummen des Busses der Stille und Einsamkeit des Fjälls wich – durchschritten wir wie Ausgesetzte das Tor des südlichen Kungsledens. Motiviert und gut bepackt ging es nun endlich los.

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