Gesundheit, Natur und Leben
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Gedanken zur altsteinzeitlichen (paläolithischen) Ernährung in der heutigen Zeit

„Zeitlos Überdauert“ als Lebensmotto und -gefühl sowie gleichermaßen  Weltanschauung, sucht Lösungen für die Zukunft durch unsere Vergangenheit und bedient sich dafür der Selbstkenntnis mittels einer gründlichen Introspektion sowie der Beobachtung und Analyse von Menschen und Gesellschaft. Ich ziehe Schlüsse und suche Antworten; zunächst für mich selbst, dann für den Kreis derer, die mir artverwandt sind.

Bereits seit mehreren Jahren meide ich Industriezucker bis auf wenige Ausnahmen strikt. Anfangs als selbstrecherchierte und -erprobte Therapie zur Behandlung unreiner Haut mangels Vertrauen in Ärzte und Pharmaindustrie; mittlerweile Teil einer noch umfassenderen Beschäftigung mit dem Thema Ernährung und Gesundheit.
Auch Milchprodukte mied ich einige Zeit konsequent, weil mir der enthaltene Milchzucker verdächtig wurde. Seit über einem Jahr nehme ich aufgrund einer anzunehmenden Unverträglichkeit, die ich bewusst nicht ärztlich bestätigen lassen will, nur noch glutenfreie Nahrung zu mir und backe/buk selbst Brot. Dieses Verzichten wandelte sich in ein neues Entdecken und führt mich zu weiteren Erkenntnissen und Überlegungen. Kein herkömmliches Weizen- und Roggenbrot mehr essen zu wollen, lehrte mir zunächst das Backen von eigenem Hefebrot: Ich experimentierte mit verschiedenen glutenfreien Mehlsorten, buk Reis- und Maisbrote; ja sogar ein sehr schmackhaftes Brot aus Eicheln.

Brot gilt als essentielles Grundnahrungsmittel und ist für die meisten Menschen in den westlichen Industriestaaten kaum mehr aus dem Speiseplan wegzudenken. Es wird als derart wichtig erachtet, dass sogar eine Hilfsorganisation das Vorhaben, die (ärmere) Welt mit Brot zu versorgen, in ihren Namen integriert hat („Brot für die Welt“). Christen bitten ihren Gott: „Unser täglich Brot gib uns heute“. Die Nutzung von Getreide und das Backen hat eine lange Geschichte: seit Beginn der Sesshaftigkeit im sogenannten Neolithikum (Jungsteinzeit) vor rund 7300 Jahren betreibt der Mensch Ackerbau und Viehzucht um eine gesicherte Nahrungsversorgung zu gewährleisten. Der Übergang von der nomadischen Lebensweise der Jäger und Sammler zur Sesshaftigkeit ist nach der Vermischung von Neanderthaler und homo sapiens die zweite entscheidende Wende in unserer Geschichte hin zu dem, was wir Europäer heute sind.

Als Jäger und Sammler war der Mensch nach dem Säuglingsalter laktoseintolerant; die Verdauung von Laktose ist eine genetisch gespeicherte Gewöhnung an die durch Viehhaltung veränderten Lebensgewohnheiten, die sich bemerkenswerterweise zunächst bei Nordeuropäern und ab dem Mittelalter auch bei Mitteleuropäern manifestiert hat. In Skandinavien können ca. 90% der Menschen Laktose verdauen, wohingegen in Südeuropa nur 10-30% dazu fähig sind und um den Äquator sowie Asien nur 2% der Menschen diese Fähigkeit besitzen. Dieses Nord-Süd-Gefälle geht laut einer Theorie auf die unterschiedliche Sonneneinstrahlung und der damit zusammenhängenden Vitamin D Produktion zurück. Vitamin D fördert den Knochenaufbau und regelt die Kalziumaufnahme; weshalb angenommen wird, dass die nordischen Völker sich zum Ausgleich der mangelnden Vitamin D Bildung schneller an Laktose gewöhnt haben, um das Kalzium der Milch (besser) zu nutzen. Dagegen sprechen allerdings Studien zur Bedeutung der Kalziumaufnahme im Bezug auf die Entstehung der Knochenkrankheit Osteoporose (dazu mehr weiter unten). Die genetische Anpassung an Laktose ist im Übrigen ein Argument gegen die Grundthese der Paläo-Diät; nämlich dass die letzten 10.000 Jahre in der Menschheitsgeschichte einen derartig kurzen Zeitraum darstellen, dass tiefgreifende genetische Veränderungen nicht möglich waren und wir deshalb heute noch den Menschen der Steinzeit gleichen. Ich kann das derzeit nicht vollends beurteilen, stehe aber eher auf der Seite der zeitlos-überdauert-Theorie…

Der 1991 in den Ötztaleralpen gefundene Gletschermann „Ötzi“ war laut Genanalysen zu Lebzeiten (Spätneolithikum)  im Erwachsenenalter noch laktoseintolerant. Laut Schlussfolgerungen vertrug er hingegen Gluten; denn seine Zähne waren, typisch für den Verzehr von Getreide mit Partikeln von Mahlsteinen, stark abgenutzt und außerdem von Karies befallen; was unter Anderem auf eine kohlenhydratreiche Ernährung durch Getreide hinweisen könnte.

Grund für die erhöhte Kariesanfälligkeit bei kohlenhydratreicher Ernährung ist der in der Nahrung enthaltene natürliche Zucker. Dabei werden vier Arten unterschieden:
Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifachzucker (Disaccharide), Oligosaccharide und Vielfachzucker (Polysaccharide). Glucose, Fructose und Galactose zählen zu den Einfachzuckern und bestehen aus nur einem Molekül. Aus diesem Grund müssen sie nicht aufgespalten werden und liefern daher sehr schnell Energie. Der Blutzuckerspiegel steigt dabei rasant an und fällt auch nach kurzer Zeit wieder ab. Saccharose (Kristall- oder Haushaltszucker), Milchzucker und Honig sind Zweifachzucker, die jeweils aus zwei Einfachzuckermolekülen bestehen, z.B. Glucose-Fructose beim Haushaltszucker. Diese Verbindung wird im Dünndarm durch Enzyme aufgespalten und dann in die Blutbahn aufgenommen. Damit werden Zweifachzucker zwar etwas langsamer abgebaut als Einfachzucker; gehen aber dennoch sehr rasch ins Blut über und lassen den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen. Je langkettiger die Zuckerart, desto langsamer ist der Prozess der Aufspaltung und Aufnahme ins Blut. Oligo- und Polysaccharide, wie Stärke, Glykogen (tierische Stärke) und Zellulose liefern somit langsamer und längerfristig Energie und wirken sich positiv auf das Hungergefühl und den Blutzuckerspiegel aus.

Eines jedoch haben alle Kohlenhydrate gemeinsam: egal ob lang- oder kurzkettig: ihr Zucker oder die Stärke sind der Nährboden für Bakterien, die diesen zu Säure vergären und damit Karies verursachen. Die grundlegende Ursache für Karies ist nicht mangelnde Zahnhygiene sondern die Ernährung. Selbst dann, wenn dabei auf „Süßes“ verzichtet wird. Ab dem Zeitpunkt als die Menschen begannen Ackerbau zu betreiben und Vorräte an kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln anzulegen, zeigten sich an den gefunden Gebissen löchrige, verfaulte Zähne – während die Gebisse des paläolithischen Menschen abgesehen von Abnutzungsspuren in nahezu perfektem Zustand waren. Nach Beginn des Neolithikums wurde der Mensch durchschnittlich 15cm kleiner, Knochendeformationen traten auf und seine Lebenserwartung sank rapide.

Der Übergang zum Ackerbau begann vor über 10.000 Jahren im Nahen Osten und war vermutlich die Reaktion auf die wachsenden Bevölkerungszahlen und stagnierenden Großwildbestände wie Mammut, Wollnashorn, Wildrinder, Pferde und Hirsche, die sich aufgrund der schwindenden Eiszeit und Überjagung durch den Menschen verringerten. Obwohl der Verzehr von Kohlenhydraten im Vergleich zu unserem heutigen Nahrungsangebot noch relativ gering war, zeigten sich bereits o.g. Auswirkungen. Zuckerhaltige Wildfrüchte und -beeren waren verglichen mit modernen, hochgezüchteten Sorten mickrig und weniger süß. Hinzu kam, dass Obst nur saisonal verfügbar war. Dickes Knollengemüse, reich an Stärke, wie z.B. Kartoffeln oder Pastinaken war ebenfalls noch nicht gezüchtet, bzw. nicht verbreitet. Die ersten kultivierten Getreidearten waren Emmer, Einkorn und Gerste; deren Ertrag weit unter dem des heutigen Hybridweizen lag. Durch jahrhundertelange Züchtung und Auslese wurden Nutzpflanzen und -tiere beständig der wachsenden menschlichen Bevölkerung angepasst. Ackerbau und Viehhaltung waren und sind Mittel gegen den Hunger; der allein durch Jagen und Sammeln nicht mehr gestillt werden konnte. Allmählich wurde aus der Not, schwer verdauliche Grassamen zu essen, eine Gewöhnung; dann durch die weiterentwickelte Verarbeitung, z.B. dem Backen, eine Kultur. Eine Esskultur, deren Hauptenergielieferant Zucker wurde; wohingegen dieser zuvor nur eine willkomme, seltene Abwechslung des fett- und proteinreichen Speiseplans gewesen war.

Alternative Energiegewinnung oder Ursprünglichkeit?
Der Mensch ist fähig, Energie aus Fett und Proteinen zu gewinnen. Werden keine oder nur sehr wenig Kohlenhydrate zugeführt und sind die Glukosespeicher nach ein bis zwei Tagen geleert, beginnt der Organismus aus Proteinen selbst Glukose herzustellen. Zudem werden Fettsäuren in der Leber zu Ketonen verstoffwechselt. Vorrausgesetzt, es wird genügend Fett zugeführt.

Dabei ist Fett nicht gleich Fett; man unterscheidet zwischen gesättigten und ungesättigten sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren haben aufgrund ihres molekularen Aufbaus die Eigenschaft, Sauerstoff aufzunehmen, was die Fette ranzig werden lässt. Diese Oxidation ist ungesund und kann Herz-Kreislauferkrankungen, erhöhtes Krebsrisiko und Veränderungen im Hormonhaushalt bewirken. Daher muss bei Pflanzenölen auf kühle und dunkle Lagerung geachtet werden. Dennoch oxidieren diese Öle im Organismus und lösen dadurch Gewebeschädigungen und Entzündungen aus (denen mit ausreichend Vitamin E, z.B. aus Eigelb und Butter entgegengewirkt werden kann). Gesättigte Fette wie tierische Fette oder z.B. Kokosöl sind kaum anfällig für Sauerstoffanreicherung, da sie bereits mit Wasserstoff gesättigt sind. Das ist auch der Grund, weshalb sie energiereicher sind. Besonders relevant ist weiterhin die Balance zwischen den mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega 6 und Omega 3. Diese stehen in wechselseitigem Verhältnis zueinander und sollten dem Organismus idealerweise in einem Verhältnis von 1:1 oder 2:1 zugeführt werden. Der Steinzeitmensch und heute lebende Naturvölker erreichen dieses Gleichgewicht; wohingegen in der zivilisierten Ernährung aufgrund kohlenhydratreicher Nahrung ein gravierendes Ungleichgewicht von 25:1 Omega-6 zu Omega-3 herrscht. Omega-3 Fettsäuren können vom Körper nicht selbst gebildet werden und sind daher lebensnotwendig! Auch die Linolsäure aus der Omega-6 Gruppe kann der Organismus nicht selbst bilden. Die essenziellen Omega-3 Säuren sind von enormer Bedeutung für die Bildung von Nervengewebe, das Immunsystem, die Hormonregulierung, Blutgerinnung oder gar die Stimmung. Der vorherrschende Mangel an diesen Fettsäuren führt u.a. zu Rheuma, Arthritis, Insulinresistenz, Alzheimer oder Diabetes. Wichtig hierbei ist noch zu wissen, dass die Produkte von Tieren aus artgerechter Weidehaltung mehr Omega-3 enthalten als die der mit z.B. Getreide gefütterten Kreaturen. Enthält die Nahrung des Tieres zuviel Omega-6, weißt auch das Fleisch einen derartigen Überschuss auf.

Ketone stellen einen Glukosersatz dar und können die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Somit kann sogar das Gehirn, welches der größte Glukoseverbraucher im Körper ist (ca. 75% vom Gesamtglukoseverbrauch des Körpers), mit ausreichend Energie versorgt werden. Die allgemeinbekannte Aussage: „der Körper braucht Zucker!“ ist somit eine irreführende Vereinfachung des menschlichen Stoffwechselvorgangs. Die Überzeugung, der Mensch wäre auf konstante Kohlenhydratzufuhr durch die Nahrung angewiesen, ist schlichtweg nicht wahr. Wenn dem so wäre, gäbe es uns heute nicht. In der Altsteinzeit lebten die Menschen dauerhaft im Zustand der Ketose, weil Kohlenhydrate wie bereits erwähnt nur in geringen Mengen verfügbar waren. In Zeiten modernem Überangebotes ist eine ketogene Diät zum Abnehmen hervorragend geeignet; das ist aber nicht Sinn und Zweck meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Bei entsprechender Zufuhr von hochwertigen Fetten und Proteinen ist die sogenannte „low-carb“ Diät (kohlenhydratarme Ernährung) kein Hungerstoffwechsel oder Notprogramm des Körpers, sondern eine Wiederherstellung der ursprünglichen Energiegewinnung des menschlichen Organismus, der sich seit der Nutzung des Feuers vor 1-1,5 Millionen Jahren an karnivore Ernährung anpasste. Dabei spielten die erschwerten klimatischen Bedingungen der letzten Eiszeit mit einem Zeitraum von 100.000 Jahren eine erhebliche Rolle.

Die Vergrößerung des Hirnvolumens war ein evolutionstechnischer Selbstläufer: die Entdeckung des Feuers und der aufrechte Gang sorgten für ein reicheres Nahrungsangebot mit wertvollen Fettsäuren, die das Hirnwachstum begünstigten. Ein großes Gehirn benötigt mehr Energie, sodass die Jagdmethoden ausgefeilter und das Hirn noch leistungsfähiger wurde. Das größte Denkorgan hatte der Neanderthaler mit durchschnittlich 1440 cm³. Im Vergleich: der moderne Europäer hat ein etwas  geringeres Hirnvolumen von etwa 1350 cm³.

Die Umstellung auf ketogene Ernährung kann nur bei stark verminderter Kohlenhydrataufnahme erfolgen, da ansonsten die Bildung der Ketonkörper nicht richtig anläuft, weil der Organismus sich sofort der zugeführten Kohlenhydrate bedient. Ein ständiger Wechsel führt zu körperlicher Auszehrung. Dem Fett kommt in der Ernährung eine so hohe Bedeutung zu, dass man sich mit den verschiedenen Fettarten und deren Auswirkungen und Verhältnissen beschäftigen sollte. Bei tierischen Fetten stellt die Fütterung der Tiere einen bedeutenden Punkt des Gesamtgesundheitskonzeptes dar; an dem man schnell an Grenzen der modernen Paläo-Diät stößt.  Sie kann nur eine Annäherung an die altsteinzeitliche Ernährung der Jäger und Sammler sein und muss als Teil einer umfassenderen Lebensführung verstanden werden, um überhaupt Sinn zu machen – um nicht zur bloßen Konsumalternative zu verkommen. Unsere Lebensweise und Umwelt unterscheidet sich gravierend von den damaligen Verhältnissen und es gibt auch keine vollständige, detaillierte Klarheit darüber, wie der paläolithische Mensch lebte – gesichert ist immerhin, was er nicht zu sich nahm. Schlussfolgerungen und Vergleiche werden mit noch heute lebenden Urvölkern gemacht; ihre Ernährung wird in Zusammenhang mit dem Ausbleiben von westlichen Zivilisationskrankheiten innerhalb dieser Völker gebracht.

Die  Inuit vor der Mitte des 20. Jahrhunderts beispielsweise ernährten sich zum großen Teil von tierischen Fetten und Eiweißen und erkrankten weder an Krebs, noch an Diabetes, Alzheimer oder Herz-/Kreislauferkrankungen. In sehr enger Beziehung zur Qualität von Fetten und Eiweißen steht das komplexe Thema des Säure-Basen-Gleichgewichts. Denn die eiweissreiche Ernährung der Inuit führt bei ihnen  mitunter bereits ab dem 25. Lebensjahr zu Osteoporose, da vermehrt Kalzium über den Urin ausgeschieden wird. Ihre Lebensweise ist sicherlich ein Extrem an den menschlichen Grenzen und sie überleben nur, weil ihre Nahrung naturbelassen ist und wild lebt – wie die Jäger selbst. Außerdem wird das gesamte Tier verwertet; nicht nur das nährstoffarme Muskelfleisch. Umso mehr sich die Inuit ab der Mitte des 20. Jahrhunderts an die Ernährung und Lebensweise der Industrienationen anglichen, desto anfälliger wurden sie für unsere bekannten Zivilisationskrankheiten. Im Rahmen einer westlich-zivilisierten Low-Carb oder Paläo-Diät wird schon allein der Verzicht auf Brot (welches sauer verstoffwechselt wird) und dessen Ersatz durch Gemüse der Übersäuerung entgegenwirken. Interessanterweise ist die Erkrankungsrate an Osteoporose in Ländern, in denen die Hauptkalziumquelle Milch ist – wie z.B. USA, Finnland, Schweden und England – überdurchschnittlich hoch. Chinesen nehmen nur halb so viel Kalzium zu sich wie Amerikaner, erkranken aber viel seltener an Osteoporose. Der Grund dafür ist wahrscheinlich deren pflanzliche Bezugsquellen für das knochenaufbauende Mineral. Daß Milch die Knochen stärkt, ist laut dieser Studien also eine gefährliche Marketinglüge.

Der Biologe Johannes Coy fand heraus, dass Krebsgeschwüre ausschließlich von Zucker leben, den sie zu Milchsäure vergären. Entzieht man den Tumoren ihren Brennstoff, gehen sie ein; während der Organismus von Fetten und Eiweißen leben kann. Die zerstörerischen Geschwüre ließen sich so aushungern.

Der dritte wichtige Punkt des Gesamtkonzeptes ist Bewegung, körperliche Arbeit, das Leben in – und mit der Natur. Vieles, was heute in Bezug auf gesunde Lebensführung teuer erkauft werden muss – ja mitunter Luxus darstellt, wie Fleisch und Fisch aus artgerechter Weidehaltung– war in der Steinzeit der natürliche Normalzustand. Gemüse war natürlich ungespritzt, Vögel legten keine Dioxin belasteten Eier, Bewegung und körperliche Betätigung war kein „Sport“, keine spärliche Freizeit sondern Grundvorraussetzung für das Leben selbst. Die Luft war dabei selbstverständlich frisch und sauber, das Wasser frei von chemischer Belastung. Diese Aufzählung könnte noch über mehrere Seiten fortgeführt werden – Fakt ist, dass  wir uns heute viele dieser Faktoren nicht einmal erkaufen könnten, selbst wenn es finanziell möglich wäre. Sinn und Zweck einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung und Gesundheit muss also über die eigene Lebensspanne hinaus die Sicherung und Vorsorge für die nachkommenden Generationen sein. Wer mit diesem Bewusstsein handelt, vergeht nicht, verfault nicht im „Paradies“ der vom Leben Erlösten (jene, die von selbstgeschaffenen und selbstgefällig propagierten Umständen erlöst werden wollen), sondern wird die Welt erneut mit den jungen Augen seiner Artverwandten sehen.

Abschließend möchte ich erwähnen, dass sich der paläolithische Mensch mit Sicherheit nicht in dem Sinne bewusst ernährte, wie wir es heute verstehen. Sein Nahrungsangebot war stark von klimatischen Bedingungen und den eigenen Fähigkeiten und denen der Gruppe abhängig. Er nahm Kohlenhydrate sicher wohlwollend zu sich, wenn es sie saisonal gab – und verzichtete gezwungenermaßen darauf, wenn die Zeit der Beeren und Früchte vorbei war. Der moderne Mensch hat die Natur in vielen Bereichen soweit zurückgedrängt und umgangen, dass sie in diesem Bezug nicht mehr auf unsere Gesundheit „achtgeben“ kann und wir deshalb bewusster entscheiden müssen.

http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/laktoseintoleranz-informationen-symptome/ethnische-betrachtung-laktoseintoleranz.html
http://news.discovery.com/history/archaeology/oetzi-iceman-bad-teeth-110615.htm
http://www.urgeschmack.de
http://artgerecht-essen.de/
http://www.n-tv.de/wissen/Wenn-die-Krebszelle-verhungert-article10059306.html
ein interessantes Dokument zum Säure-Basen Thema: http://josef-stocker.de/acid_PRAL_tabelle.pdf

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