Garten, Natur und Leben
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Gartensaison mit Mischkultur

Mehr als drei Jahre liegen meine Work&Travel Erfahrungen bei „Permakultur Stjärnsund” in Schweden nun schon zurück. Die dort gesammelten Inspirationen und nützlichen Tipps zum Thema Permakultur und Gartenbau haben mich jedoch nie losgelassen. Um so mehr freut es mich, nun auch daheim die Möglichkeit zu haben, ein paar Ansätze ausprobieren zu können. In diesem Fall geht es um das Gärtnern nach dem Prinzip der Mischkultur.

Im Gegensatz zu den geläufigen monokulturellen Methoden, bei denen jeweils eine Pflanzensorte pro Beet kultiviert wird, handelt die Mischkultur als biologische Methode von der Anwendung eines umfangreichen Wissens um die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Pflanzen. Diese können sich aufgrund der Stoffe, die sie in die Erde und Luft abgeben, gegenseitig im Wachstum unterstützen – aber auch hemmen. Ausgeklügelte Kombinationen können so den Ertrag mit rein natürlichen Methoden steigern. Im Idealfall schützen sich die Pflanzen gegenseitig mit ihren Duftstoffen vor Schädlingsbefall und nähren den Boden mit genau den Stoffen, die die benachbarten oder nachfolgenden Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Ganz ohne giftige Pestizide und künstliche Düngemittel.

Was kompliziert und wissenschaftlich klingt, ist eigentlich von der Natur abgeschaut und funktioniert in natürlichen Ökosystemen, wie z.B. Wäldern, von ganz allein. Sie sind Kreisläufe und erhalten sich selbst. Bäume tauschen Informationen über ihre weit verzweigten Wurzelsysteme aus, gehen Symbiosen mit Pilzen ein und sondern Duftstoffe ab, die auch Menschen und Tiere beeinflussen. In der freien Natur finden die richtigen Pflanzen von allein zueinander. Es gedeiht nur, was für die jeweilige Region angepasst ist und Koexistenzen eingeht.

Die Natur hat im Gegensatz zum menschlichen Leben schier unendlich Zeit und kümmert sich dabei nicht um Erträge. Im biologischen Gartenbau werden daher kleine Ökosysteme geschaffen und diese mit gezielten Eingriffen so optimiert, dass sie auf verhältnismäßig kleinen Flächen und in an menschliche Bedürfnisse angepassten Zeiträumen Nahrung hervorbringen.

Für erste eigene Versuche habe ich mir ein Buch gekauft, dass mit vielen, langjährig erprobten Pflanzkombinationen und Ernteabfolgen den Einstieg in das Mischkultur-Gärtnern erleichtert. Zahlreiche Tipps und Hinweise zu pflanzlichen Düngemethoden, natürlichen Maßnahmen gegen Schädlingsbefall und ein kleines Kapitel über Obst und Blumen runden das Wissenswerk ab. In der Hauptsache werden aber Gemüse und Kräuter behandelt.

‚Mischkultur im Hobbygarten‘ von Schwester Christa Weinrich OSB | veröffentlicht im Ulmer Verlag

Neben den mit anschaulichen Skizzen versehenen Kombination, deren Pflanzabfolgen für die einzelnen Monate detailliert beschrieben sind, bietet das Buch von Schwester Christa Weinrich (Abtei Fulda) auch einige nützliche Tabellen, anhand derer sich einfach herausfinden lässt, welche Pflanzpartner zusammenpassen und welche Kräuter und Gemüse sich für eine bestimmte Hauptkultur als Bodenvorbereiter und Nachkultur eignen. Dieses Wissen ermöglicht permanente, biologische Gartenwirtschaft – ein Aspekt von Permakultur.

Für meine ersten Versuche habe ich mir drei Kombinationen herausgesucht, in deren Mittelpunkt Gemüsesorten stehen, die sich vergleichsweise einfach anbauen lassen und mir gut schmecken:

 
1.

Vorkultur: Salat, Spinat, Radieschen
Hauptkultur: Rote Beete, Kohlrabi
Nachkultur: Winterrettich oder Feldsalat oder Senf oder Chinakohl

2.

Vorkultur: Salat, Radieschen, Kerbel
Hauptkultur: Spätmöhren, Lauch
Nachkultur: Petersilie

3.

Vorkultur: Spinat
Hauptkultur: Blumenkohl, Knollensellerie
Nachkultur: Endivie

Im nachfolgenden Video bereite ich das Beet für die erste Kombination vor und säe Salat, Spinat und Radieschen:

Musik: © Zeitlos Überdauert | Markus Bachmann

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