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Empfehlenswerte Links, Artikel und Videos

Wenn ich auch selbst nicht regelmäßig schreibe und veröffentliche, so nehme ich mir doch fast täglich die Zeit, Beiträge von anderen Bloggern und Kanälen zu lesen oder ihre Videos anzuschauen.

Inhalte, die mir besonders wichtig sind, verteile ich natürlich weiter. Allerdings verschwinden diese interessanten und wichtigen Beiträge in den Timelines der Sozialen Medien teils innerhalb von Stunden unter der Flut neuer Informationen und rutschen schnell weit nach unten – versinken wie Schätze in den Untiefen des Medien-Meeres. Sie wieder aufzufinden, gleicht einer Tauchfahrt.

Also, Luken dicht, ran ans Scrollrad und fluten lassen! Wir fahren hinab und heben, was in letzter Zeit durch die Netze schlüpfte:

Gesprächsrunde zum Thema: Gesundheit durch den Kontakt zur Natur

Der Biologe und Autor Clemens Arvay (arvay.info) im Gespräch mit Wolf-Dieter Storl (Ethnologe, Autor, storl.de) über die gesundheitsfördernde Wirkung von Wäldern, Pflanzen und Tieren auf den menschlichen Organismus und sein Immunsystem. In der Gesprächsrunde stehen wissenschaftlich bewiesene Erkenntnisse im Vordergrund, die durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen ergänzt werden. Es werden Vergleiche aus der Geschichte und mit anderen Kulturen gezogen. Interessant sind u.a. auch ein paar Gedanken zu den Themen Natur in der Stadt und Selbstwahrnehmung im Wandel der Zeitalter.

Kommunikation unter Pflanzen

Bäume und andere Pflanzen im Wald leben in Symbiose mit den Pilzgeflechten in der Erde. Nicht nur für den Austausch von Nährstoffen, sondern auch für eine Art Netzwerk, um Informationen zu verbreiten. Wird ein Baum beispielsweise von einem Schädling befallen, sendet er Signale über dieses „Pilz-Internet“ aus, wodurch die anderen Bäume gewarnt werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen (Stoffe prodzieren und ausscheiden, die Insekten abwehren). Diese Vorgänge wurden auch in wissenschaftlichen Studien in der South China Agricultural University an Tomatenpflanzen nachgewiesen.

Aber auch im Baum selbst findet ein Informationsaustausch statt: elektrische Signale übermitteln Reize, wie zB. eine Schädigung der Blätter, worauf der Baum an den betroffenen Stellen die Photosynthese einstellt.

Stoffe, die Bäume (und andere Pflanzen) über die Luft abgeben, nehmen auch wir Menschen auf und werden somit in die Kommunikation des Waldes mit eingebunden.

Was ist Permakultur?

Permakultur ist ein System von landwirtschaftlichen und sozialen Gestaltungsprinzipien, basierend auf der Nachahmung oder direkten Nutzung von Mustern und Vorgängen, die sich in natürlichen Ökosystemen beobachten lassen.

„Permakultur ist die Philosophie mit der Natur, statt gegen sie zu arbeiten. Langfristige und durchdachte Beobachtung statt endlose und unüberlegte Arbeit. Permakultur bedeutet, alle Pflanzen und Tiere in all ihren Funktionen zu betrachten, statt jedes Gebiet jeweils als einzelnes Produktionssystem zu sehen.“

Bill Mollison (https://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Mollison)

 

► „Inhabit“ ist ein per Kickstarter finanzierter, eineinhalb stündiger Dokumentationsfilm über Permakultur, in dem die Ideen und Möglichkeiten sowie bereits laufende und erfolgreiche Projekte vorgestellt werden. Der Film will aufzeigen, dass wir Menschen durchaus die Rolle einer Art Heilungskraft für die Erde sein können und mit den Prinzipien der Permakultur auch unsere sozialen, wirtschaftlichen und politischen Systeme verbessern können.

Inhabit – A Permaculture Perspective (engl.)

 

Warum der Grundgedanke von Permakultur dem des europäischen Heidentum (Paganismus) entspricht, erläutert Marie Cachet in folgendem Video (engl.):

 

► Im nächsten Video geht es um die wichtige Bedeutung der Bodenqualität und drohenden Ver-Wüstung (desertification) unserer ursprünglich fast vollständig von Wald bedeckten europäischen Landschaft und welche Vorteile Permakultur gegenüber monokultureller Agrarwirtschaft hat. (engl.):

 

► Die Ridgedale Farm AB von Richard Perkins (ridgedalepermaculture.com) ist eine wirtschaftlich erfolgreiche Farm nach Permakulturprinzip in Schweden und damit wohl weltweit die zurzeit nördlichste ihrer Art. Neben der Produktion von Gemüse und tierischen Erzeugnissen in Bio-Qualität bietet die Farm auch eigene Permakultur-Design-Kurse an. Über seinen Erfolg mit dem kleinen Hof hat Richard Perkins ein Buch geschrieben, um auch anderen Bauern Mut zu machen und die Vereinbarkeit von wirtschaftlichen Aspekten mit denen der Permakultur zu erläutern.

Wie auf der Ridgedale Farm gearbeitet wird, zeigen sie in diesem kurzen Video:

Die essbare Stadt Andernach

Seit 2010 werden in der Stadt Andernach in Rheinland Pfalz öffentliche Grünflächen als Beete genutzt, auf denen die Bürger selbst Obst und Gemüse anbauen und pflücken dürfen. Dieses erfolgreiche Projekt punktet mit einem verbessertem Stadtklima, sozialer Gemeinschaft und dem Artenschutz- und Erhalt. Auch eine nach den Ideen der Permakultur bewirtschaftete Fläche ist entstanden, das Projekt „Lebenswelten“ im Stadtteil Eich, in dem auch Langzeitarbeitslose integriert werden.

Hier ein Beitrag des SWR:

Ein weiterer Videobeitrag zu Andernach (DW-Deutsche Welle):

 

Woodlanders

Woodlanders ist ein community-gesponserter Dokumentationsfilm in mehreren Teilen (engl.), wobei jede Episode einzeln finanziert wird und nach der Veröffentlichung kostenfrei angesehen werden kann. Die unterschiedlichen Episoden handeln von Menschen, die für Wälder Verantwortung tragen und mit diesen arbeiten. Neben den individuellen Arbeitsweisen, Berufen und Erzeugnissen steht der nachhaltige und verantwortungsvolle Umgang mit dem Ökosystem Wald im Vordergrund.

Hier der Trailer:

 

Der Autor besuchte unter anderem einen Korbmacher, der seit 18 Jahren in Handarbeit gefertigte Körbe in unzähligen Variationen aus Schwarzesche herstellt. In einer anderen Episode bekommt der Zuschauer Einblicke in die Arbeit einer Pilz-Farm, in der unter anderem Shiitake für Restaurants in der Umgebung gezüchtet werden. Der Besuch einer Esskastanien-Plantage im US Bundesstaat New York erinnert daran, dass es auch Alternativen zur gewöhnlichen Getreide-Agrarkultur gab und diese auch heute noch möglich sind.

Alle bisher veröffentlichten Episoden sind hier zu finden:

http://www.woodlanders.com/blog/ep5

Die Birke und ihre kulturelle Bedeutung

Bäume und Wälder sind seit je her tief in der europäischen Kultur verankert. Die erklärt sich durch die Tatsache, dass unser Kontinent ohne menschliche Eingriffe fast vollständig mit Wald bedeckt wäre. Wald ist der natürliche Grundzustand dieses Klimas, an welches wir – und alle anderen hier lebenden Tiere und Pflanzen angepasst sind.

In der europäischen Folklore spielt die Birke eine zentrale Rolle, weil sie aufgrund ihrer pionierhaften Ausbreitung und Anpassungsfähigkeit sowie des hellen Erscheinungsbildes mit Fruchtbarkeit und weiblichen Aspekten in Verbindung gebracht wurde.

Tradition in Haus und Hof

Die vorchristliche Kulturen und Religionen in Europa waren in ihrem Kern gleich und unterschieden sich regional oft nur durch andere Bezeichnungen für ein und dieselbe Gottheit. Wobei sich diese Gottheiten stark von denen der abrahamitischen Religionen unterschieden, denn sie wurden mehr als Sinnbilder für menschliches Denken und Schaffen verstanden und verkörperten Vorgänge aus der Natur. Die Gottheiten der Europäer dienten als Vorbilder, Schutzpatrone und sollten in den meisten Fällen die besten Eigenschaften im Menschen kultivieren.

Die Autorin Carolyn Emerick (carolynemerick.com) erklärt in folgendem Video einige Volksbräuche rund um den traditionellen, europäischen Haushalt in vorchristlicher Zeit (engl.):

Tatsächlich hatte das Christentum in seiner Reinform in Europa niemals Fuß fassen können, sondern konnte sich nur durch die Integrierung nahezu aller heidnischen Traditionen und Moralvorstellungen etablieren. Dazu mehr in folgendem Video (engl.):

Die Musik der Neanderthaler

Im Jahr 1995 wurde in der Divje Babe Höhle in Slowenien ein Musikinstrument aus der Steinzeit gefunden, welches den vor 43.000 Jahren dort lebenden Neanderthalern zugeschrieben wird. Bei dem Instrument handelt es sich um eine Flöte, gearbeitet aus dem Oberschenkelknochen eines Höhlenbäres.

Quelle: Wikipedia By dalbera from Paris, France [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Das an beiden Enden gebrochene Original wurde in einem Replikat aus Ton rekonstruiert und einem Mitglied des Ljubljana Opera Orchestra gegeben, um darauf zu spielen. Ljuben Dimkaroski spielt seit über 35 Jahren Trompete und bekam schließlich ein Jahr nach Erhalt der Neanderthalerflöte in einem Traum die Vision, wie dieses prähistorische Instrument zu spielen sei.

Bemerkenswert dabei ist, welch verhältnismäßig komplexe Musik mit diesem einfachen Instrument möglich ist. Die Neanderthaler, als direkte Vorfahren der heutigen Europäer, hatten also eine weitaus komplexere Kultur, als ihnen bislang zugestanden wurde. Die Musik im nachfolgendem Video ist wahrhaft ‚zeitlos überdauert‘. Nun, nach tausenden von Jahren erschallt sie wieder; wird wahrgenommen und gefühlt von Menschen, die noch immer hier sind. Anders geprägt, verändert durch unzählige Einflüsse ihrer Geschichte, aber noch immer fähig, die Magie und zeitlos lebendige Seele der Vorfahren zu begreifen.

Lass dich berühren vom Klang, der durch die Zeiten schallt:

 

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