Alle Artikel in: Poesie

Finger halten junges Buchenblatt

Ein warmer Frühlingstag

Eine leichte Brise schiebt die Schatten der vor klarem Himmel schwebenden Wölkchen über die saftig-grüne Spielwiese der verliebten Natur. Alles kommt wieder und findet erneut zueinander. Der Liebestanz der Zitronenfalter, die sich nektarberauscht im wirbelnden Kunstflug für nur wenige Sekunden annähern; der anschlagende Specht; die unzähligen Käfer, die aus ihren Erdlöchern kriechen – auf dem Boden liegend sehe ich ihnen dabei zu, wie die bunt schillernden Knöpfe leise raschelnd unter dem Laub des letzten Herbstes hinaus ins Licht krabbeln; Allgemeines Zwitschern und Summen aus Wald und Wiese – all dies atme ich heute mit der Sonnenwärme tief ein.… weiterlesen

Ein Waldspaziergang

Kürzlich unternahm ich einen Spaziergang durch den Wald, dessen verbliebene Blätter von den letzten warmen Strahlen eines sonnigen Früh-Novembertages golden durchflutet wurden. Tief fiel das Licht ein und warf lange, harte Schatten auf den Boden, durch dessen Laubmantel sich unzählige kleine, kahle Buchen emporstreckten. In wenigen Wochen werden nur noch die Zweigspitzen wie dürre Finger aus der verharrschten Schneedecke ragen und im Weiss kontrastieren.

Ein langer Wiesengrasstreifen, bepflanzt mit Obstbäumen, schnitt durch den Wald.… weiterlesen

Gipfelsieg

Suchend nach Ferne, Grenzüberschreitung, Überwindung und Ruhe – erklomm ich meinen ersten 3000er Gipfel am Furkapass in der Schweiz. Diese Landschaft wirkt so abweisend, menschenfeindlich und tödlich – nur Felsen, Geröll, Schnee und Eis. Keine Menschen weit und breit – jedenfalls nicht zu dieser Jahreszeit. Verlassene Gebäude an der Passstraße zeugen vom Begängnis und Trubel des Sommers. Mahnend, wie postapokalyptische Ruinen, gähnen die Fenster und Türen in die Kälte der Morgendämmerung.… weiterlesen

Reise durchs Ich

 

Schwach und kühl warf der Sichelmond leise Silhouetten auf die Landschaft. Schwarz in schwarz; Konturen in tiefster Nacht. Hier und da ein Verlauf, eine Kante; dort eine Ahnung von Struktur. Und dann die ohrenbetäubende Stille. Hören ist nicht vorbestimmt – bedeutungslos in diesem Moment.

Imaterielle Augen als Sinnbilder einer Suche dessen Ziel sie erst erschaffen werden. Sie nehmen nicht wahr – sie interpretieren, machen sicht und -greifbar was da verborgen liegt im Nebel.… weiterlesen