Garten, Natur und Leben
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Auf fruchtbarer Erde

Gärtnern ist eines der Dinge, die ich in Zukunft gerne tun möchte, denn der Wunsch nach tieferem Wissen ist bei mir schon länger geweckt. Essbares aus der Erde gedeihen zu lassen hat etwas wunderbares an sich und gleicht einem Zauber: Wie doch allein aus dem Zusammenspiel aller vier Elemente – die einfach da sind, wie ein Geschenk – etwas wächst, nach einem unsichtbarem Plan, der schon im winzigsten Keim enthalten ist.

Wie jede Pflanze ihre Eigenarten hat; im Geschmack, Form, Farbe und den speziellen Inhaltsstoffen. Faszinierend, welch Artenreichtum der fruchtbare Boden hervorbringen kann und wie es sein kann, dass das eine scharf, das andere bitter oder süß schmeckt; wie sich Knollen bilden, wo andere dünne Wurzeln schlagen und oberirdisch Früchte tragen.

Verrottendes nährt die Lebewesen im Boden. Es ist mir eine große Freude, die Erde mit Küchenabfällen, Kompost und Brennnesseljauche zu füttern, auf dass sie lebt und gebärt! Wasser fällt vom Himmel und jeden Morgen steigt die Sonne von allein.  Die Pflanzen selbst düngen ihren Boden im Kreislauf aus Werden und Vergehen.

Interessant auch die Geheimnisse um die gegenseitige Beeinflussung der Pflanzen; wie sie sich in gewisser Nachbarschaft begünstigen oder schaden. Wie eine Aussaat den Boden für die nachfolgende anreichern kann und welche Kombinationen vor Schädlingsbefall schützen – ganz ohne künstliche Chemie.

 

Gärtnern ist neben Sammeln und Jagen wohl eine der ehrlichsten und direktesten Arbeiten, die der Ernährung dienen. Je einfacher und natürlicher, desto besser.

Heute habe ich Meerrettich geerntet und die wertvolle Erde danach nur oberflächlich gelockert. Zum Schutz vor der nahenden Kälte des Winters wurde der Boden mit einer Mulchdecke aus dem Grün der ausgegrabenen Meerrettichwurzeln und zusätzlich mit Kürbisblättern bedeckt. Diese eigneten sich aufgrund ihrer Größe besonders gut.

Regenwürmer und andere Bodenbewohner werden sich vom Mulch ernähren und mit ihren Ausscheidungen die Erde anreichern, sodass neue Pflanzen aus ihr wachsen können. Fresst und düngt, meine unterirdischen Freunde!

Wie man an den durchlöcherten Blättern des Meerrettich erkennen konnte, waren auch die Schnecken sehr zahlreich und hungrig. Gärtnern und Hühnerhaltung kann eine lohnenswerte Symbiose eingehen, wenn man die gefiederten Tiere gezielt und in gewissem Maße kontrolliert einsetzt. So können sie nicht nur unerwünschte Insekten und Schnecken fressen, sondern auch den Boden mit ihrem Scharren vorbearbeiten. Ja selbst das umwandeln großer Grasflächen in Ackerboden kann man, etwas Geduld und kontrollierten Einsatz vorausgesetzt, den Hühnern überlassen.

Unter dem Begriff ‚Permakultur‘ (Link zu Wikipedia) finden sich viele nützliche Verfahren, die nahezu an jedem Ort und im kleinen Maßstab eine nachhaltige und damit verantwortungsbewusste, natürliche und gesunde Landwirtschaft ermöglichen können. Die bereits vielfach weltweit erfolgreich umgesetzten Konzepte gehen jedoch weit über das Gärtnern hinaus und sind als eine ganzheitliche Lebensweise zu verstehen, welche die Bereiche des Bauens und des gemeinschaftlichen Lebens mit einschließen.
Vor drei Jahren habe ich während zweier Word&Travel-Aufenthalte in Schweden einen kleinen Einblick in praktische Umsetzungen bekommen. Auch wenn ich bisher nur wenig davon in mein eigenes Leben übernehmen konnte, bin ich überzeugt, dass Permakultur und die dahinterstehenden Werte eine der bedeutsamsten Antworten auf die Frage nach einer lebenswerten Zukunft für uns und unsere nachkommenden Generationen ist.

Hier die ersten praktischen Umsetzungen:

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